Als Re-enactment verstehe ich jegliche Art Geschichte nachzuerleben. Dies setzt
voraus, dass sich der Re-enactor mit dem betreffenden Zeitalter
auseinandersetzt, sich entsprechend kleidet und zeitgenössische
Gegenstände verwendet. Nach dieser Definition kann man sowohl den
Vorderladerschützen, den Eisenbahner der seine Dampflok pflegt, die
Besatzung eines Museumschiffes, die Händler eines Mittelaltermarktes,
die Teilnehmer eines Ritterturnieres oder Schlachtenteilnehmer von Hastings
bis Waterloo als Re-enactor bezeichnen --- sofern dies ernsthaft betrieben wird.
Als völlig daneben empfinde ich Ritterrüstungen aus Plastik, Protektoren
aus dem Motorsport, gestrickte Kettenhemden mit Felgenstray, Kuhhörner auf
Wikingerhelmen und ähnliche Geschmacklosigkeiten.
Natürlich muss man hier und da Kompromisse eingehen. Alles auf einmal
geht eben nicht. Auch ich habe bei einigen selbst gefertigten Repliken statt
zum klassischen Knochenleim zu Ponal gegriffen. Dies muss jeder
mit seinem eigenen Gewissen und Selbstverständnis vereinbaren.
Für mich sind z.B. medizinische Dinge selbstverständlich aus der
heutigen Zeit, meine Zahnfüllungen bleiben drin und meistens die Brille
auf. Meine Blutdruckmittel nehme ich auch ein, genauso wie heimlich den
Morgenkaffee. Ansonsten versuche ich dem Vorbild nahe zu kommen und habe
lieber die Nacht mit 2 Wolldecken geklappert, als einen heutigen Schlafsack
eingepackt. Meine Tochter stecke ich aber lieber doch in einen modernen
Schlafsack, damit sie am Montag nach einem anstrengenden Mittelalterwochenende
keine Ausrede hat nicht in die Schule zu gehen.
Einige Zusammenstellungen, die man so sieht, tun ganz schön weh. So habe ich eine
Kombination eines Helms (7. Jahrhundert) mit einem Überwurf und Heraldik (14. Jahrhundert)
mit Hose und Schuhe (20. Jahrhundert) gesehen. Abgerundet wurde dies dann noch
mit einem Fantasy-Umhang (unbekanntes Jahrhundert). Dies tut schon auf einem
LARP weh. Auf einer historischen Veranstaltung wird es bedenklich. Da geh ich
lieber barfuß, wenn ich keine passenden Schuhe habe. Wenn man sich nicht passend
ausstatten kann, sollte man es erst einmal als Bettler probieren, bevor
man den Fürsten darstellen möchte.
Allen ernsthaften Geschichtsfans sei diese Seite gewitmet und sie soll dabei
helfen Informationen zu vermitteln und Kontakte zu knüpfen, damit echte
Geschichte zum Anfassen praktiziert und nicht das Bild durch
Hollywood-Geschmacklosigkeiten geprägt wird.
Ein Paar aus Erlangen mit den Schwerpunkten 1250, 1300
und 1350. Sehr vielversprechende Seiten! (Möglicherweise
sehen wir uns ja dieses Jahr in Goslar)
Gjalt de Wabbere
(Mark Kraan) der mittelalterliche
Wendeschuhmacher.
Sehr zu empfehlende Kurse in denen man an einem Wochenende zu
seinen eigenen, selbst per Hand genähten, Mass-Wendeschuhen
nach historischen Funden kommt. Mark hat ein eigenes Verfahren
für die Schnitte entwickelt, die wirklich passende Schuhe erbringen!
Um die Kunst richtig zu begreifen braucht man aber viel Übung und
den großen Kurs. Da es praktisch ein individueller Unterricht ist,
sollte man sich rechtzeitig um einen Kurs bemühen. Um an einem
Wochenende zu Potte zu kommen, sollte einem ein Sattlerstich
nicht völlig fremd sein, sonst kommt man sehr schnell an seine
Grenzen (auch ich musste meine Ansprüche zurückschrauben und
die etwas einfachere Version wählen). Hier noch einmal Dank an
Mark für seine Engelsgeduld.
Sehr fundierte Seite über Schnitte und Nähtechniken aus
der Wikinger-Ära. Alwina ist eine sprudelnde Quelle
an speziellem Fachwissen und sehr nett. (Hallo Gabi,
lass Dich nicht durch Eifersüchteleien verunsichern.
Die sollen es erst einmal besser machen!)
Für das Alamannenmuseum Ellwangen im Rahmen einer Diplomarbeit an der FH
Aalen produzierte CD-Rom über die Ausgrabungen des alamannischen Dorfes
von Lauchheim.
Das Alamannenmuseum Ellwangen präsentiert alles über die Alamannen
und die Zeit vom 3. bis 8. Jahrhundert in Süddeutschland. Im Mittelpunkt
stehen die Grabungsbefunde von Lauchheim/Jagst. Zur Eröffnung wird die
Sonderaustellung Die Reiterkrieger von Pfahlheim --- Reiche Adelsgräber
des 7. Jahrhunderts im Osten Württembergs gezeigt.
Reenactment-Gruppe aus Hamburg um Wolf Zerkowski mit dem Schwerpunkt
Dithmarschen (also eines sächsischen Stammes an der Nordseeküste)
der Zeit 1460-1500. Also vor der Schlacht bei Hemmingstedt (Wahr di
Gar, de Buhr di kömmt!). Nach einer kreativen Pause ist
die Gruppe wieder aktiv. Der Phoenix aus der Asche wird in der
Regel immer schöner :-)
Rekonstruktion einer Motte vor den Toren Lütjenburgs.
Soweit ich den Reden bei der Einweihung am 16.08.2003 entnehmen konnte, ist
dies ein Projekt aus einer beispielhaften Zusammenarbeit eines Bauunternehmers,
dem Landschaftspflegeamtes, dem Arbeitsamtes und des Kreises Plön, sowie
EU-Fördermitteln.
Herausgekommen ist eine wissenschaftlich gestützte Rekonstruktion eines
hölzernen Wehrturms mit aufgeschüttetem Erdhügel und Wassergraben,
also einer Motte. Dieses Objekt ist einem Trägerverein für eine
mittelalterliche Nutzung übergeben worden und es sollen noch
ein Brunnen, eine Schmiede, ein Wirtschaftsgebäude, sowie ein Stall
entstehen. Weiterhin soll diese Anlage auch anderen Reenactment-Gruppen
für eine gelebte Geschichte offen stehen. Ich wünsche diesem
Projekt die geplante Nutzung.
Die bisherige Nutzung (Stand 30.11.2005) finde ich so überzeugend,
dass ich jetzt schon lange Mitglied der Gesellschaft der Freunde der
mittelalterlichen Burg in Lütjenburg e.V. bin und alle Termine
schon fest in meinem Kalender habe!
Die Werkstätten für lebendige Geschichte. Eine Gruppe von Fachleuten
um Claus Meiritz mit den Schwerpunkten Museumsgestaltung, Museumspädogogik,
Organisation von historischen Veranstaltungen und Herstellung gebrauchsfähiger
Repliken, speziell des 10./11. Jahrhunderts (Ottonen).
Teil des Schleswig Holsteinischem Landesmuseeums Schloss Gottorf. In
der Nydamhalle sind Exponate der eisenzeitlichen Opferstätten
Nydam und Thorsberg. Es ist ein Schiff, sowie diverse Waffen und
Ausrüstungsgegenstände aus dem 3. und 4. Jahrhundert zu
sehen. Also die Zeit als Angeln und Sachsen in England siedelten.
Starigard. Kleines, nettes -- von mir oft besuchtes ---
Museum in Oldenburg/Holstein mit dem Schwerpunkt Slawen. Dieser
Schwerpunkt bietet sich auch an, des es liegt gleich neben dem
Ringwall des ehemaligen Fürstensitzes des slawischen
Stammes der Wagrier.
Gemischte Gruppe freier Wikinger um 1050 (Hallo Udal, hallo Angus. Es
freut mich, dass ich Dich vom Unterschied zwischen Wikingr und
Leidgangr überzeugen konnte.)
1. Companie des Houwaldschen Regimentes zu Fuß, ein deutsches
protestantisches Freiwilligenregiment unter Christof von Houwald 1632,
als Teil der Königlich Schwedischen Armee.
Historische, möblierte Gebäude. Haustierhaltung und eine
landtechnische Sammlung mit 4 Schwerpunkten: 1750-1850 Agrarreform,
1850-1890 erste Landmaschineneinsätze, 1850-1950 Technisierung
und 1950-1970 Vollmechanisierung.
Historische, möblierte Gebäude. Haustierhaltung und eine
landtechnische Sammlung mit 4 Schwerpunkten: 1750-1850 Agrarreform,
1850-1890 erste Landmaschineneinsätze, 1850-1950 Technisierung
und 1950-1970 Vollmechanisierung.
Historische, möblierte Gebäude. Haustierhaltung und eine
landtechnische Sammlung mit 4 Schwerpunkten: 1750-1850 Agrarreform,
1850-1890 erste Landmaschineneinsätze, 1850-1950 Technisierung
und 1950-1970 Vollmechanisierung.